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RobFlow 6.0

· 10 Minuten Lesezeit
RobCo Team
Product

RobFlow V6 bringt eine Reihe neuer Funktionen: von Profinet-Integration über OEE-Insights und den neuen Variable Inspector bis hin zu Workspace References, Multi-Robot Dashboards und erweiterten RobVision-Funktionen. Außerdem stehen erstmals ausgewählte Beta Features zur Verfügung.

Die wichtigsten Highlights:

  • RobMetrics OEE: Verfolge Verfügbarkeit, Leistung und Qualitäts KPIs in RobCo Studio.
  • Variable Inspector: Neues Interface mit Suche, Tags und Multi-Select-Aktionen.
  • Profinet Integration: Steuere RobCo Roboter direkt über Siemens SPS mit nativer Profinet-Unterstützung.
  • Arbeitsbereich Manager: Automatisches Aktualisieren von Posen bei Arbeitsbereich-Änderungen.
  • Multi-Robot Dashboards: Überwache und steuere mehrere Roboter in einem einzigen Dashboard.
  • RobVision Verbesserungen: Variablenzuweisung, Detection-only Mode und visuelle Definition von Greif-Posen.
  • Beta Features: RobCalibration, RobSafety, Streaming Interface, ROS2 Interface sowie RobVision Label Picking & Depalletizing.

Features

RobMetrics OEE (Gesamtanlageneffektivität)

Mit RobMetrics OEE kannst du die Leistung und Effektivität deiner Roboterzelle direkt in RobCo Studio auswerten. Durch die Erfassung und Visualisierung von Verfügbarkeit, Leistung und Qualität erhältst du konkrete Einblicke in die Produktivität deiner Anlage.

Hauptfunktionen:

  • Automatisches Event-Tracking: Die meisten Events (z. B. in Produktion, Errors) werden automatisch erfasst; nur wenige musst du über die neue Event Node in RobFlow konfigurieren.
  • Event-getriebenes Design: Definiere Events wie Blockiert, Materialmangel, Gutteile, Aussschuss, oder geplanter Stillstand direkt in deinen Flows.
  • Übersichtliche Visualisierung: Sieh dir deine OEE-KPIs in den Dashboards von RobCo Studio an, filtere nach Zeiträumen und exportiere die Daten als CSV.

So nutzt du es: Konfiguriere deine OEE-Events in RobFlow mit der neuen Event Node und rufe die Metriken in RobCo Studio unter RobMetrics OEE ab.

RobMetrics OEE (Gesamtanlageneffektivität)

Variable Inspector

Das Verwalten von Variablen komplett neu aufgesetzt. Der neue Variable Inspector ersetzt die einfache Tabelle und bietet ein deutlich leistungsfähigeres Interface für Organisation und Pflege von Variablen.

Hauptfunktionen:

  • Tags und Gruppen: Neue Tags ermöglichen es, Variablen flexibel zu organisieren und zu filtern.
  • Erweiterte Ansicht: Variablenverwaltung jetzt in einer übersichtlichen Vollbildansicht statt im eingeschränkten Seitenmenü.
  • Suche und Filter: Schnelles Auffinden von Variablen nach Name, Typ, Tags, ungenutztem Status oder aktuellem Flow.
  • Node-Verknüpfung: Variablen können direkt den zugehörigen Nodes angezeigt und bearbeitet werden.
  • Vereinfachtes Modell: Flow Variables wurden entfernt – Tags sind nun die einheitliche Methode zum Organisieren und Referenzieren.

So wird das Verwalten von Variablen über Flows hinweg schneller, klarer und weniger fehleranfällig.

Variable Inspector

Profinet Integration

Mit RobFlow V6 kannst du deinen RobCo Roboter direkt über eine SPS via Profinet steuern – der Roboter agiert dabei als Profinet IO-Device (Slave). Damit ist eine nahtlose Anbindung an industrielle Automatisierung Umgebungen möglich.

Hauptfunktionen:

  • Robotersteuerung über SPS: Starte, stoppe und bewege den Roboter direkt aus einer SPS.
  • Profinet Variablen in RobFlow: Definiere und synchronisiere Boolean-, Integer- und Float-Variablen in RobFlow für deine SPS-Logik.
  • TIA Portal Integration: Importiere die RobCo GSDML, Datentypen und den Funktionsbaustein für ein schnelles Setup.
  • Getestete Umgebungen: Siemens TIA Portal V18/V20 mit SPS 1200/1500 Serie.

So nutzt du es:

  1. Importiere die RobCo GSDML in TIA Portal und füge den Roboter als Profinet IO-Device hinzu.
  2. Verbinde deine SPS mit der RobCo Control Unit und vergib den richtigen Profinet Device Name.
  3. Definiere Profinet Variablen in RobFlow und exportiere die .udt-Datei für das Mapping in TIA Portal.
  4. Verwende den mitgelieferten RobCo Funktionsbaustein für zuverlässige Kommunikation und State Sync.

Hinweis: Die Profinet-Implementierung ist derzeit nur auf Siemens PLCs getestet. Details findest du im RobCo Profinet Benutzerhandbuch (https://robco.studio/resources, Technische Daten).

Arbeitsbereich Manager

Der neue Arbeitsbereich Manager vereinfacht das Anpassen von Flows nach Änderungen im Workspace. Verknüpfte Posen werden automatisch aktualisiert – ein manuelles Neu Einlernen entfällt.

Hauptfunktionen:

  • Arbeitsbereich definieren: Durch das Einlernen von 3 Posen wird eine Referenzebene erstellt.
  • Arbeitsbereich aktualisieren: Bei Veränderungen einfach 3 neue Posen im kalibrierten Workspace einlernen – verknüpfte Posen werden automatisch angepasst.
  • Referenzierung in Flows: Verknüpfe Movement Nodes mit einem Workspace, indem du den Reference Node über die entsprechenden Nodes ziehst.
  • Konsistenz: Einheitliche Referenzierung über mehrere Flows für schnellere Anpassungen.

So nutzt du es:

  1. Erstelle einen Arbeitsbereich in der Roboter Konfiguration oder in der Reference Node
  2. Lerne 3 Posen an, um den initialen Workspace zu definieren.
  3. Bei Änderungen, lerne 3 neue Posen im kalibrierten Arbeitsbereich an.
  4. Verknüpfe Bewegungs-Nodes über die Reference Node mit diesem Workspace.

Hinweis: Nur für Kartesische Posen, nicht für Gelenk Posen.

So sparst du dir das manuelle Neu-Anlernen nach Verschiebungen – Flows bleiben konsistent und können schneller wieder in Betrieb genommen werden.

Arbeitsbereich Manager

Multi-Robot Dashboard Support via iFrame Widget

Das iFrame Widget bietet die Möglichkeit, mehrere Roboter in einem einzigen Dashboard zu überwachen und zu steuern. Das verbessert die Übersicht und reduziert den Bedienaufwand in Multi-Robot-Setups.

Hauptfunktionen:

  • Mehrere Dashboards einbetten: Mit dem neuen iFrame-Widget kannst du weitere RobFlow Dashboards oder externe URLs in einer Ansicht einbinden.
  • Interaktive Steuerung: Eingebettete Dashboards sind voll interaktiv – Aktionen wie Start/Stop sind ohne Tabwechsel möglich.
  • Neue HTTP-Call-Action: Der Generic Button Widget kann jetzt mit einer On-Click HTTP-Aktion erweitert werden, um Befehle an mehrere Roboter gleichzeitig zu senden.

So nutzt du es:

  1. Füge das iFrame-Widget zu deinem Dashboard hinzu und hinterlege die URL eines weiteren Robot-Dashboards oder einer externen Seite.
  • Tipp: Hänge ?kiosk an die URL eines RobFlow Dashboards an, um es ohne App-Bar (Plain View) darzustellen.
  1. Konfiguriere optional den Generic Button, um HTTP-Calls an mehrere Roboter zu senden.
  2. Überwache und steuere alle Roboter aus einer einzigen zentralen Ansicht.

Damit werden Multi-Robot-Operationen deutlich einfacher – besonders in größeren Zellen oder bei Kunden mit mehreren Robotern.

Multi-Robot Dashboard Support via iFrame Widget

RobVision Verbesserungen

RobVision bietet dir jetzt mehr Kontrolle und Flexibilität beim Arbeiten mit Vision-Lösungen.

Hauptfunktionen:

  • Variablenzuweisung: Weise Vision-Daten (z. B. Objektlänge, -breite, Anzahl der Detections, nächste Greif Pose) Variablen zu und nutze sie direkt in deiner Flow-Logik.
  • Detection-only Mode: Führe nur die Objekterkennung aus, ohne Roboterbewegung – so kannst du die Ergebnisse flexibel weiterverarbeiten oder Variablen setzen.
  • UI für Greif Pose: Lege Greifpunkte direkt auf der visualisierten Komponente fest und passe sie an – schneller und intuitiver als bisher.

Damit wird das Konfigurieren und Nutzen von RobVision-Lösungen einfacher, klarer und besser in deine Flows eingebunden.

RobVision Verbesserungen

Beta Features

Mit diesem Release stellen wir erstmals Beta Features bereit. In der Robot Konfiguration (unter Update-Kanal) kannst du nun wählen zwischen:

  • Stable – Standardmodus mit voll unterstützten Funktionen
  • Beta – Zugriff auf experimentelle Funktionen, die in der UI mit Beta markiert sind

Wichtig: Für Beta Features gibt es keinen Support, und zwischen Beta- und Stable-Versionen kann es zu Breaking Changes kommen.

RobCalib: Vision-basierte Kalibrierung (Beta)

Mit Vision-basierter Kallibrierung kannst du die absolute Genauigkeit deines Roboters deutlich verbessern. So stimmen die Bewegungen des Roboters exakt mit den geplanten Positionen überein, was für präzises Vision Picking entscheidend ist.

Hauptfunktionen:

  • Vision-basierte Genauigkeit: Kalibriere den Roboter mithilfe von RobVision Hardware auf Basis von Kameradaten und gleiche mechanische Toleranzen aus.
  • Automatisierter Workflow: Sammle Kalibrierungsdaten direkt in RobFlow, optimiere die Parameter und überprüfe das Ergebnis.
  • Höhere Präzision: Vermeide Positionsdrift und verbessere die Genauigkeit beim Vision Picking.
  • Flexible Re-Kalibrierung: Nach Kollisionen oder Relocations jederzeit erneut kalibrieren.

So nutzt du es:

  1. Richte die RobVision Hardware ein und öffne Robot Calibration in RobFlow.
  2. Sammle ca. 80–100 Posen mit dem geführten Calibration Flow.
  3. Wende die Kalibrierung an und überprüfe sie im Validate Tab mit dem Detection Test.
  4. Weitere Details findest du in der Robot Calibration Documentation (https://staging.robco.studio/resources, Technische Daten).

RobSafety (Beta)

Mit RobSafety kannst du neue Sicherheitsfunktionen direkt in RobFlow konfigurieren und erhältst so mehr Kontrolle über den sicheren Betrieb des Roboters.

Hauptfunktionen:

  • Safe Home: Definiere eine Home-Position mit erlaubter Toleranz; ein Safe Output wird ausgelöst, wenn der Roboter diese Position erreicht.
  • Protective Stop: Weise die 4 Safe Inputs individuell zu:
    • Safe Stop 1
    • Safe Stop 2 (manuelles Reset)
    • Safe Stop 2 (automatisches Reset)
  • Safe Joint Limits:
    • Sichere Positionsbereiche pro Achse festlegen
    • Maximale Geschwindigkeit pro Achse definieren
  • Safety Space: Konfigurierbarer Keep-in-Quader, individuell auf den TCP bezogen.
  • Relay Output: Der zweikanalige Relaisausgang kann genutzt werden, um:
    • Den Zustand des E-Stops zu spiegeln
    • Anzuzeigen, ob der Roboter aktuell fahren darf (System Stop)

So nutzt du es: Öffne RobSafety in der Robot Configuration, um Limits festzulegen, Safe Inputs/Outputs zuzuordnen und Safety Spaces zu aktivieren.

Streaming Interface (Joint & Cartesian) (Beta)

Das neue Streaming Interface ermöglicht es, den Roboter in Echtzeit zu steuern, indem Trajektorien direkt per UDP gestreamt werden – ideal für Anwendungen wie externe Trajektorien-Planer oder dynamische Bewegungssteuerung.

Hauptfunktionen:

  • Echtzeitsteuerung: Streame Joint- oder Cartesian-Posen mit hoher Frequenz direkt an den Roboter.
  • HTTP API Integration: Streaming-Modus über neue HTTP-Endpunkte programmatisch starten oder stoppen.
  • UDP-Streaming: Trajektorien vom Host-PC mit niedriger Latenz an den Robotercontroller senden und Feedback in Echtzeit empfangen.
  • Flexible Streaming-Modi:
    • Joint Position oder Joint Position & Velocity
    • Cartesian Poses im globalen Frame
    • Cartesian Offsets relativ zum Tool Frame

So nutzt du es:

  1. Verbinde deinen Host-PC per Ethernet mit der Control Unit.
  2. Aktiviere den Streaming-Modus über die HTTP API.
  3. Streame Ziel-Posen per UDP mit den bereitgestellten Python-Utilities (Cartesian oder Joint Space).
  4. Stoppe das Streaming über die HTTP API oder direkt in RobFlow.

Hinweis: Detaillierte Anleitungen und Beispiele findest du in der Streaming Interface Dokumentation (inkl. Python-Demos für Trajektorien-Streaming).

RobVision Label Picking & Depalletizing (Beta)

RobVision unterstützt jetzt auch image-basiertes Training für Vision-Modelle. Damit kannst du Picking- und Depalletizing-Lösungen erstellen, selbst wenn keine CAD-Datei verfügbar ist.

Hauptfunktionen:

  • Image-basiertes Model Training: Lade Objekt- oder Box-Bilder in RobCo Studio hoch und versehe sie mit Labels.
  • Segmentation: Nutze KI-gestützte Segmentierung, um Objekte zu markieren, Masken zu prüfen oder zu verfeinern und Orientierungen für präzises Picking festzulegen.
  • Label Picking: Trainiere Erkennungsmodelle für flache oder texturbasierte Objekte.

So nutzt du es:

  1. Öffne RobVision in RobCo Studio und starte den Solution Wizard.
  2. Wähle Label Picking oder Depalletizing.
  3. Lade Bilder hoch, vergib Labels und nutze das Segmentation-Tool, um genaue Masken zu erstellen.
  4. Trainiere und deploye dein Modell, danach kannst du die Solution in RobFlow konfigurieren.

Damit kannst du Vision-Modelle auch ohne CAD-Dateien erstellen und das Setup von Picking- und Depalletizing-Lösungen deutlich beschleunigen.

ROS2 Schnittstelle (Beta)

RobCo Roboter bieten jetzt eine ROS 2 Schnittstelle zur Integration in das Robot Operating System (aktuell unterstützt: ROS 2 Jazzy Jalisco). Damit erhältst du Zugriff auf eine Steuerung des Roboters über ROS Topics und Controller.

Hauptfunktionen:

  • Publish & Subscribe: Zugriff auf Zustands- und Steuer-Topics des Roboters über robco\_ros2.
  • Eigene Steuerungspipelines: Aufbau individueller Steuerungen mit ros2\_control.
  • URDF-Generierung: Erstellung von URDFs für modulare Roboterkonfigurationen mit den bereitgestellten Makros.
  • Joint-Befehle streamen: Gelenkbewegungen an den Roboter senden, sobald der Streaming-Modus aktiviert ist.

Wichtige Hinweise:

  • Die ROS 2 Schnittstelle ist nicht standardmäßig installiert – für Zugriff bitte an support@robco.de wenden.
  • Die Schnittstelle erlaubt eine direkte Steuerung auf niedriger Ebene; manche Sicherheitsfunktionen sind dabei nicht aktiv. Stelle daher immer sicher, dass der Arbeitsbereich frei von Personen ist.

Weitere Informationen und Setup-Anleitungen findest du in der ROS 2 Schnittstellen-Dokumentation.

Sonstiges

  • Kartesische Pose Variablen können jetzt in allen Pattern Nodes (Stack, Grid, Pallet) für relative Bewegungen genutzt werden
  • Verbesserte Suchfunktion im Test Mode: Suche jetzt gezielt nach Inputs, Outputs oder allgemeinem Text.
  • Flow Variables wurden entfernt
  • Standard-Namen für Inputs und Outputs (Banks und einzelne I/Os)
  • Verbesserte Undo/Redo-Funktionalität
  • Automatisches Fortsetzen eines Flows, wenn SAFE_STOP_2 aufgehoben wird und zuvor ein Flow aktiv war (optional über Feature Flag)

Korrekturen

  • Verbesserte Gesamtleistung des Systems und stabilere Verbindungen
  • Advanced Palletizing Node kann jetzt auch genutzt werden, wenn Roboter und Palette nicht in derselben Ebene stehen
  • Verbesserte State-Handling in SAFE_STOP-Zuständen
  • Generic Resume Event Nodes: setzen Flows auch dann fort, wenn der Roboter im Pausenmodus war